Tina Birgitta Lauffer

Tina Birgitta Lauffer: (Fast alles) über mich

In Der Autorby Tina

Ich komme aus einer Akademikerfamilie, aber das spielte, weil ich  im „Osten“ aufgewachsen bin und wir ja den großen Traum von Freiheit = Gleichheit = Brüderlichkeit gelebt haben, so gut wie keine Rolle für mich. Meine Oma war die Einzige, die da schon noch Unterschiede machte, ihr Lieblingsspruch war: „Sag mir, mit wem du gehst, und ich sag, dir wer du bist!“ Oder: „Ohne Abitur in der Tasche bist du eine Flasche!“ Na gut, sie sagte natürlich: „hat man nichts in der Tasche“ – das mit der Flasche war meine Interpretation, lange, sehr lange – zu lange!  Außerdem ist ja heuzutage schon längst nicht mehr überall Doktor drin, wo auch Doktor drauf steht… 😉

Ich habe kein Abitur, dafür hatte ich nämlich keine Zeit! Ich wollte die Welt retten und entdecken! Der „Ruf der Freiheit“ lockte mich sehr jung (mit 16 Jahren) in den „wilden“ Westen (wild war er nicht wirklich, eher anders und beängstigend), aber ich lernte, in ihm zurechtzukommen. Erst vielleicht ein wenig unbeholfen, aber bald ging ich festen Fußes durch meine neue Wahlheimat. Da ich ja schon als Kind quasi als ein Mitglied eines großen Ganzen geprägt war, hatte ich nie ein großes Problem, mich in einem Arbeitsteam einzufinden. Ich machte meine Ausbildung, träumte von einem kleinen eigenem Cafe, am liebsten mit kleiner Bühne. Als Kind schrieb ich eher melancholisch mahnende Texte, nun aber als fast fertige Erwachsene entdeckte ich meine Freude an Comedy. Ich schrieb und probierte zu Hause oder in Gesellschaft von Freunden alles Mögliche aus. Doch eine richtige Bühne mit echtem Publikum – das traute ich mir dann doch nicht zu.

Ich ging ins Ausland – aus Liebe … oder Neugier? Wer weiß! Auf jeden Fall eine spannende Erfahrung und aus der Liste: „Hätte ich mal …“ Oder „Warum habe ich nicht?“  gestrichen. Mit Spanisch im Gepäck und ganz anderen Augen für die Schönheit, Bequemlichkeit und Struktur in Deutschland kam ich ein knappes Jahr später wieder. Ein wohliges Gefühl, endlich wirklich zu Hause angekommen zu sein.

Ich überlegte, was ich mit meiner Zukunft wohl anfangen könnte. Vielleicht hatte die Oma ja doch recht? Ich beschloss also doch zur Abendschule zu gehen. Tagsüber wollte ich Geld verdienen, so richtig auf eigenen Füßen stehen. Ich heuerte in einem Café an und traf auf das Schicksal in Form meines langjährigen Mannes. Die Abendschule war vergessen. Es folgten viele erfolgreiche, aber auch sehr arbeitsreiche Jahre (aus einem Café wurden 5 Cafés/Restaurants). In der Gastronomie zu arbeiten, ganz gleich in welcher Position, bedeutet: keine Wochenenden, Stress, keine verlässlichen Pausen, geschweige denn Schließzeiten. Aber es bedeutet auch sehr viel Kommunikation, Spaß und Freude bei der Arbeit. Zum Schreiben blieb kaum Zeit, nicht mal das zu Bedauern.

Ich wurde Mutter. Das größte und schönste Abenteuer meines Lebens. Doch das Muttersein veränderte nachhaltig meine Perspektive. Ich reduzierte die Arbeit so viel es ging und entdeckte die Welt erneut, mit den Augen eines Kindes – denen von meinem Sohn und denen meines inneren Kindes. Wann hatte ich aufgehört über die kleinen und großen Wunder der Welt zu staunen? Wann hatte ich aufgehört zu fragen? Und wieso?, fragte ich mich. Klar, arbeiten, funktionieren, schneller, besser, weiter – das Übliche… Es hatte ja funktioniert, sogar erfolgreich. Ja, aber ich verlor dabei meinen Traum aus den Augen und meine Begeisterung. Dies sollte mir kein zweites Mal passieren, beschloss ich. Mein inneres Kind bekam wieder Luft und bekommt es noch. Das tat und tut mir und meiner Umgebung so richtig gut. Sich bewusst Zeit nehmen für die und das, was, wir lieben ist das größte Geschenk, das wir anderen und uns selbst geben können. Die Zeit vergeht (immer zu schnell), doch schöne Erinnerungen leuchten einer zufriedenen Seele den Weg. Mein Weniger war und ist also mein Mehr. Und falls ich doch mal etwas vergesse, habe ich ja den Luxus fast alles aufgeschrieben zu haben. Wo? In meinem Buch „Mama-Alarm“ gibt es lustige und zu großen Teilen autobiographische Episoden aus des ersten 6 Jahren (m)eines Abenteuers Muttersein.

Ich begann Kindergeschichten zu schreiben. Ich schrieb und schrieb, Geschichten, Lieder, Gedichte, Blogartikel, in jeder freien Minute. Zwei Jahre stellte ich mich wöchentlich direkt der Zielgruppe in der Grundschule. Auch Kindergärten besuchte ich mit meinen Geschichten. Ich lernte von den Kindern und die Kinder von mir. Das Vertrauen in mich und meine Kunst wuchs, mit der Zahl der Kinder, die ich begeistern konnte. Doch kaum jemand glaubte daran, dass ich mal davon leben kann. „Haste halt ein schönes Hobby!“ Diesen Satz hörte ich ständig. Und ja, ich habe ihn gehasst. Vor allem, weil ich es mir selber (natürlich) sehr viel leichter vorgestellt hatte. Ich weiß, die meisten meinten es gut und wollten mich keinesfalls ausbremsen, nur warnen, oder vor Enttäuschungen bewahren, damit hatten sie auch nicht unrecht. Es war und ist ein langer und schwerer Weg, und noch immer hat er seine Stolpersteine. Denn Kunst macht zwar wirklich reich, aber eben nicht die Tasche (die Oma hats gewusst 😉 ) – sondern Herz und Seele (doch das liebe Oma, wirst du mir sicher von Herzen gewünscht haben) – Also, von wegen Flasche! Na und falls doch, dann wenigstens eine mit folgendem Prädikat: keine mittlere, sondern sehr gute Reife, edler Charakter, harmonische Konsistenz und feurig im Abgang….   🙂

Ich habe es also vorerst geschafft! Ich kann nun tun, was ich am meisten liebe: schreiben und Theater spielen und das nur, weil ich niemals aufgehört habe, daran zu glauben (und natürlich daran zu arbeiten). 2008 ging meine Webseite an den Start und seit 2011 „beschreibe“ ich nun nicht mehr nur meine Schubladen oder diese Webseite, sondern veröffentliche auch in unterschiedlichen Verlagen. Ich schreibe meine eigenen Programme für Kinder verschiedensten Alters. Und gehe mit großer Freude mit meinen Puppenspielen und anderen Programmen regelmäßig in Kindergärten/Einrichtungen und Grundschulen (oder habe öffentliche Auftritte). Ich liebe es, die Kinder dort zu erleben und zu begeistern. Denn sie sind das ehrlichste, lustigste aber auch kritischste Publikum, das es gibt, und es macht sooooooooo viel Spaß! Es ist wundervoll für Kinder zu schreiben, von und mit ihnen zu lernen, mit ihnen zu lachen und erleben zu dürfen, wie sie Lieder singen, die ich geschrieben habe, das ist überhaupt das Allergrößte!
Ich hoffe, ich kann noch viele, viele Jahre genauso weitermachen!

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